10 JAHRE ABF - LÖSUNG AUS NOT ODER NOTLÖSUNG
Am Freitag,
den 22. Juni 2007 fand im Beschäftigungszentrum Oberland in Rankweil
die 10-Jahresfeier der ABF unter dem Motto „Not – Lösung
– ABF“ statt. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft
und öffentlichen Einrichtungen konnten begrüßt werden.
Am Vormittag begeistere DDr. Alfred Oppolzer (Facharzt, Psychotherapeut,
Supervisor und Organisationsberater) mit seinem Vortrag „Lebensgeschichte
und Arbeitsverhalten“ das Publikum und bestätigte, dass sich
Investitionen und Sensibilität während der Kindesentwicklung
im späteren Erwachsenenleben positive Wirkung zeigen.
Gründungsobmann und ehemaliger Landtagsvizepräsident Günter
Lampert berichtete sehr eindrucksvoll über die Gründungsphase
zwischen September 1996 bis Januar 1997, in der es galt, alle Bürgermeister
des Bezirkes Feldkirch für seine Projektidee und dann in Folge
als Vereinsmitglieder zu gewinnen. Nun sind alle 24 Bezirksgemeinden
einerseits Träger von ABF und auch Kunden dieser Einrichtung. Die
Vereinsphilosophie „Mit öffentlichen Mitteln öffentlichen
Nutzen schaffen“ hat auch nach 10 Jahren Gültigkeit: Lediglich
15 % der erzielten Erlöse aus Eigenleistungen stammen von Wirtschaftsbetrieben
oder Privatpersonen, somit stand ABF zu 85 % im Dienste der Mitgliedsgemeinden,
gemeinnützigen und öffentlichen Einrichtungen.
Altachs Bürgermeister Gottfried Brändle (ABF-Obmann
seit 2002) ist mit der Vereinsentwicklung sehr zufrieden. In verschiedenen
Beschäftigungsbereichen kann hier jährlich etwa 200 Personen
eine Arbeit geboten werden. 72 % der bei ABF derzeit beschäftigten
Mitarbeiter/innen geben an, dass sich seit ihrem Arbeitsbeginn die persönliche
Lebenssituation verbesserte. Zudem konnten im Jahr 2006 51 % der Beschäftigten
wieder im ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen. Als erstaunlich hoch
beurteilt auch Landeshauptmann Herbert Sausgruber diese Sozialbilanz.
In einem Impulsreferat berichtete Dr. Josef Riegler, Ehrenpräsident
des Ökosozialen Forums Europa und Unterstützer der „Global
Marshall Plan Initiative“ über die Auswirkungen der Globalisierung
auf den heimischen Arbeitsmarkt. Herr Riegler sieht viele Chancen in
der Globalisierung, besonders auch für Österreich. Er betont
jedoch, dass der Sinn der Globalisierung in einem weltweiten Wirtschaftswachstum,
verbunden mit Umweltschutzstandards, Armutsbekämpfung und der Etablierung
demokratischer Gesellschaftsordnung liegen muss. Dafür gibt es
kein besser funktionierendes Modell wie den Markt. Für Riegler
ist es eine Frage nach den richtigen Signalen, damit faires, globales
Wirtschaften möglich wird und Arbeitsplätze in Österreich
langfristig gesichert werden können.
Seine Empfehlungen für die Zukunft: Einerseits hohe Investitionen
in Bildung, Ausbildung, Qualifikation und Förderung der Innovation
und andererseits die Nutzung sämtlich zur Verfügung stehender
Maßnahmen wie beispielsweise Bewusstseinsbildung zur Stärkung
der heimischen Wirtschaft.
Investitionen in Beschäftigungsprojekte lohnen sich. Im Jahr 2004
betrug die Vermittlungsquote der ABF 40 % der beschäftigten Mitarbeiter/innen.
Besonders erfreulich ist daran, dass diese auch im Jahr 2006 noch immer
in Arbeit waren. Für AMS-Landesgeschäftsführer Anton
Strini ist dieses Ergebnis ein Beweis dafür, dass Personen, die
aufgrund von diversen Schwierigkeiten arbeitslos geworden sind, eine
Chance auf einen Wiedereinstieg verdient haben und diese Chance auch
zu nutzen wissen.
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